02010211 Bild Festung Coblentz
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 Preußische Festung Koblenz

Festung Koblenz aus P 1

Denkmalliste Rheinland-Pfalz

Die Reste der Feste Kaiser Franz sind nun in der neuen Denkmalliste des Landes Rheinland-Pfalz dokumentiert. Es sind außer der Bubenheimer Flesche die Moselflesche und die Neuendorfer Flesche.(mehr>>)

Festungssysteme der preußischen Festung Koblenz

Unter Ausnutzung der beiden Flüsse als natürliches Hindernis und der Höhenlage rund um Koblenz entstanden nach dem Einzug der Preußen in die Rheinprovinz ab 1815 starke Bastionen zur Sicherung der Rheingrenze.
Festungsbrigadier General von Aster, der schon frühzeitig Pläne zur Neubefestigung vorgelegt hatte, leitete den Bau der neupreußischen Festung. Viele bekannte Baumuster, die von bedeutenden Festungsingenieuren wie Johann Georg Gustav von Rauch oder Moritz Karl Ernst von Prittwitz und Gaffron entwickelt wurden, erkennt der aufmerksame Beobachter wieder. Es entstanden Werke unterschiedlichster Art und Bauweise. Der Ehrenbreitstein wurde in das Festungssystem um Koblenz eingebunden und großzügig befestigt.
- System Feste Ehrenbreitstein,
- System Feste Kaiser Franz,
- System Feste Alexander und
- System Pfaffendorfer Höhe
(Quelle; “Die Neuendorfer Flesche -vom Festungsmodell zum preußschen Festungwerkk” ,W. Klefisch, 2004)

Nach dem Wiener Kongress entstanden ab 1815, als die Rheinlande zu Preußen kamen, in Koblenz und Ehrenbreitstein starke Bastionen.
Nach Plänen des Festungsbrigadiers General von Aster wurden vier Festungssysteme beiderseits von Rhein und Mosel verwirklicht. (siehe “Info”)
Die Stadt Koblenz selbst wurde durch einen Festungswall (Stadtbefestigung) geschützt:

Festungsmodell “Flesche”

Der preußische Ingenieuroffizier Moritz Karl Ernst von Prittwitz und Gaffron hat in seinem „Lehrbuch der Befestigungskunst und des Festungskrieges“ in aller Ausführlichkeit dieses Festungswerk beschrieben und skizziert:
...45. Die Flesche ist ein sehr einfaches, leicht zu konstruierendes, in kurzer Zeit und mit geringen Baumitteln auszuführendes Werk, dessen Zweck allerdings immer untergeordnet sein wird.

 Neuendorfer Flesche 

Zum Festungssystem Feste Kaiser Franz nördlich der Moselmündung gehörte u.a. auch die Festungsanlage Neuendorfer Flesche. Sie wurde 1825 nach fünfjähriger Bauzeit fertiggestellt und sofort mit Truppen belegt.

NF_Plan_Festung_Koblenz

Die Neuendorfer Flesche mit dem dreieckigen Grundriss (flèche = frz. Pfeil) bestand aus zwei fast gleichlangen Frontlinien (je etwa 100 - 120 m lang) und einem halbrunden zweistöckigen, kasemattierten Hauptwerk (Reduit),) mit angegliederter zweistöckiger Flankenbatterie (Orillon = frz. Ohr).
Vor dem Reduit lag der Hauptwall mit dem Kasemattenkorps (Escarpe) unterhalb der Wallkrone.
(weitere Details ...)

Das Modell der Festungsanlage Neuendorfer Flesche

Modellfoto_290603

Ein trockener, etwa 17 m breiter und 6 - 8 m tiefer trockener Hauptgraben umschloss das Werk nach vorne.Seitlich zwischen der linken bzw. rechten Grabenwehr und der Flankenbatterie verlief der schmälere Kehlgraben.Feindwärts des Hauptgrabens unter dem Glacis (6-8 m) lag die Minengalerie oder auch “Communikation” genannt.
Dieser Gang mit den ins Vorgelände getriebenen Horchgängen führte rund um die äussere Anlage und ist heute fast vollständig begehbar

Baustand 2003

Modell Dezember 03
Neuestes Bild eines Horschgangs 2004
Neuestes Bild der Minengallerie 2004

Kurz vor der Fertigstellung 2004

oben: Blick in die Communikation
links: Horchgang (Fotos: Klevenow, 2004)

Nach Vermessungen des ehemaligen Staatsbauamtes Koblenz- Nord, Fotos von Plänen aus dem Geheimen Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz Berlin, Vermessungen vor Ort und  „Beiträge zur angewandten Befestigungskunst, erläutert durch Beispiele aus den neuesten preußischen Befestigungsanlagen, Posen 1836“ von Moritz-Karl Ernst von Prittwitz  und Gaffron begann 2002 der Bau des Modells im Maßstab 1:100.
Im September 2004 konnte das Modell der Öffentlichkeit vorgestellt

Die Neuendorfer Flesche auf der Postkarte(1905)
und heute als Modell

Postkarte NF
a_Modell1vonKlevenov

Blick auf den Aussenbereich mit Reduit und Orillon sowie auf die Eingangspforte mit  Innenbereich des Reduits.

Postkarte

Modell

Draufsicht, Foto: A..Klevemow, 2004

Postkarte NF Ausschnitt2 ModellNF Blick Tor und Brücke Reduit

Hinweis: Nach E. M. von Prittwitz und Gaffron ist ein Werk der ehemaligen Festung Posen benannt
(siehe Video)

Blick auf die Eingangspforte am Reduit  (Foto: Klevenow 2004)

Postkarte

Modell

Postkarte NF Ausschnitt 1 a_03044013

Ausschnitt: Blick auf das Reduit und das Orillon

Bildnachweis - Foto oben im Seitenkopf:”Panorama von Coblenz” A. Diztler, 1840, Ausschnitt aus Vortrag von D. Schöning, November 2007